Archiv der Kategorie: Juwelen

Mai 2017

Kulturdenkmal Walburger Str. 2: Der Löwensaal
Mit diesem Kulturdenkmal geht das Rätselprojekt „Verborgenes Juwel Altstadt“ in eine längere Pause. „Es ist durchaus möglich, dass wir im nächsten Jahr eine zweite Staffel starten“, so Veronika Kühnapfel von der Bau- und Wohnkultur Witzenhausen e.V.

Das Denkmal mit seinen noch heute erhaltenen bauzeitlichen Fenstern mit Lorbeerkränzen als Fensterverdachungen und Pilastern, die die Fassade zum Marktplatz hin gliedern, vermittelt den Anblick einer neoklassizistischen Gestaltung. Auch eine restauratorische Untersuchung des Landesamtes für Denkmalpflege, die die Fassade und den Innenraum untersuchen ließen, bestätigt die Hochwertigkeit des Saalbaus aus den 1920er Jahren.
Weder der Rathaussaal noch der große Raum des Capitolkinos oder der Zeichensaal der Uni sind als Versammlungsraum mit dem des Löwensaals zu vergleichen. „Er ist nicht zu ersetzen und sollte in jedem Fall erhalten bleiben, damit eine Nutzung für die Zukunft gefunden werden kann“, so Veronika Kühnapfel. „Wir können nur hoffen, dass die städtischen Gremien den Wert erkennen und eindeutige Botschaften für den Erhalt des Löwensaals aussprechen“. Der gespendete Preis aus der Bürgerschaft ging an Susanne Simon. Sie gewann einen Genussgutschein für das Gasthaus Zur Krone.

Foto aus: Beiträge zur Geschichte der Werralandschaft, Heft 2
Witzenhäuser Hauschronik von Dr. Karl August Eckhardt 1929

April 2017

Kulturdenkmal „Bergschlösschen“ Unter den Brückenbergen 3

Das gesuchte Rätselbild gehört zu dem Grundstückszaun der Villa Unter den Brückenbergen 3 und der Preis, ein Einkaufsgutschein aus dem Porzellanhaus Hugo Haase, ging an Sandra Carnaghi.
Das schlossartige Landhaus aus dem 19. Jahrhundert wurde von der Familie von Buttlar auf einem parkähnlichen Grundstück im nördlichen Bereich der Stadt errichtet. In dieser Zeit erweiterte sich Witzenhausen hier mit gründerzeitlichen Gebäuden, die bis heute den Villencharakter dieses Stadtteils ausmachen.
Das auffällige gelbe Backsteinmauerwerk mit ihren rot abgesetzten Formsteinen, der turmartige Erker, das Hausteinmauerwerk im Untergeschoss und viele weitere Gestaltungsmerkmale außen wie innen prägen das Kulturdenkmal, das von den Bürgerinnen und Bürgern auch gern „Bergschlösschen“ genannt wird. „Das Landhaus hat gute und weniger gute Zeiten erlebt, Geschichten dazu gibt es Viele, doch seit längerer Zeit ist dieses Denkmal wirklich in Not“, so Veronika Kühnapfel.
Schon seit längerer Zeit steht das Haus leer und ist vom Echten Hausschwamm befallen. Das Dach ist undicht und Fensterscheiben sind zerschlagen. Die untere Denkmalbehörde unterstützt die Sanierung des Schadens, wenn die Fördergelder beantragt und auch abgerufen werden. Die jetzige Eigentümerin möchte das Bergschlösschen einfach nur verkaufen und nichts investieren, so hieß es, als der Verein ihr im Spätherbst letzten Jahres angeboten hat, das Dach und die Fenster in ihrem Auftrag winterdicht machen zu lassen. Sie lehnte dieses Engagement ab.
Auch wenn Eigentum verpflichtet und im Grundgesetz verankert ist, das Baugesetzbuch den Kommunen Instrumente an die Hand gibt, etwas gegen die Verwahrlosung von Immobilien tun zu können, geschieht trotz deutlicher Hinweise aus der Bevölkerung nichts.
Die Wohngruppe „Gemeinschaftlich Wohnen“ interessiert sich seit Herbst letzten Jahres für dieses Objekt, doch die Kaufsumme ist für sie zu hoch. Die Bauverwaltung kann sich eine Machbarkeitsstudie vorstellen, die den Umfang des Schadens ermittelt und die Höhe der Sanierungskosten bewertet, ebenso die Zumutbarkeit der Sanierung, so Bernd Westermann auf Nachfrage in einem Telefongespräch mit Veronika Kühnapfel. Das Grundstück liegt im Fördergebiet des neuen Städtebauförderprogramms Stadtumbau in Witzenhausen. Es ist 4000 qm groß.
Aus aktuellem Anlass zeigt die Bau- und Wohnkultur Witzenhausen e.V. in ihren Schaufenstern in Kooperation mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz eine Ausstellung von Denkmalen in Not, die allesamt vom Abriss bewahrt und durch private Initiativen gerettet werden konnten.

März

Ansichtskarte aus dem Stadtarchiv

Kulturdenkmal An der Bohlenbrücke 1

Ein Haus, das Vielen am Herzen liegt
Das gesuchte Detail gehört zum Kulturdenkmal „Ernst Koch Haus“ an der Bohlenbrücke 1. Amei Glauner gewann den Genussgutschein für das Bistro Ringelnatz  in der Steinstraße.
Der Dichter, Jurist und Namensgeber dieses markanten Gebäudes, Ernst Koch, lebte vom 8. bis zum 14. Lebensjahr in diesem Wohnhaus, das im barocken Baustil errichtet wurde.
Mit einem massiven Erdgeschoss, verschaltem Fachwerk und einem auf Säulen getragenen Balkon steht es für eine Bauzeit, die Wert auf
klare Konstruktionen und Proportionen gelegt hat.
Vor dem Neubau Mitte des 18. Jahrhunderts sollen 1711 an dieser Stelle noch die Reste der Matthiaskapelle gestanden haben, die 1330 gebaut wurde. Auch von einem Dorf namens Stempelhausen ist in den überlieferten Schriften immer wieder zu lesen.
Anfang des 17. Jahrhunderts wurde mit der Errichtung einer Holzbrücke über die Werra nicht nur ein neuer Handelsweg in Nord- Südrichtung erschlossen, sondern auch die Erweiterung der Stadt Witzenhausen.
Das Ernst Koch Haus ist ein markanter Blickfang und untrennbar von der Werrabrücke zu sehen. Der Zustand des Wohnhauses ist für viele Bürger zu Recht besorgniserregend.
Das neue Fördergebiet der Stadt umfasst neben der Altstadt auch Teile der Nordstadt. Somit stehen einem potentiellen Käufer zukünftig Fördermittel zur Verfügung.
„Wir alle wünschen uns so sehr, dass dieses Haus wieder in seiner Schönheit erstrahlt“, so Veronika Kühnapfel, Bau- und Wohnkultur Witzenhausen e.V. Das Ernst Koch Haus ist eines von nur vier Denkmalen, das den Bürgern aus der Zeit des Barock erhalten geblieben ist.

Februar

Das Bollwerk an der Werra

Das gesuchte Detail ist dem „Neuen Bollwerk“ zuzuordnen, das zu der rund 750 Jahre alten Befestigungsanlage der Stadt Witzenhausen gehört. Es ist am Parkplatz an der Schlagd zu finden.
Heidi Brundig gewann den gesponserten Preis und damit einen Verzehrgutschein im Ristorante Buon Appetito in der Ermschwerder Str. 30.

Im November 1983 wurden die Fundamente des Bollwerkes zufällig gefunden, denn Dr. Hans Georg Stephan von der Uni Göttingen, Fachbereich Archäologie und seine Gruppe waren eigentlich auf der Suche nach kostbaren Scherben der Werrakeramik. In 180 Stunden Arbeit legten sie die Zeugnisse aus der Vergangenheit frei. Das Bollwerk diente dem Schutz des Umschlagplatzes für Schiffsladungen, die Schlagd. Ein zweites Bauwerk dieser Art wird auf der anderen Seite der Werra Brücke in der Nähe des ehem. Zollamtsplatzes vermutet. Die freigelegten Fundamente zeigten eine zur Stadtseite offen gemauerte Halbschale, die nur wenige Meter Höhe über dem Erdreich gehabt haben soll.

Der damalige Bürgermeister schlug die Rekonstruktion des Bollwerkes vor, um es für die Nachwelt erkennbar zu machen und zu erhalten. Dazu sollten die Planungen für die Parkplätze geändert werden (HNA 11.11.83). Und der Werratalverein erinnerte daran, dass in den vergangenen Jahrzehnten bei umfangreichen baulichen Veränderungen besonders im Erdreich wertvolle historische Quellen aufgrund von Unkenntnis vernichtet worden seien (HNA 2. 12. 83).
Obwohl die Baugestaltungssatzung von 1982 im § 6 Abs. 1 bis heute für die Rekonstruktion und den Erhalt der Witzenhäuser Baugeschichte alles hergibt, entschieden sich die örtlichen Instanzen 1983 dafür, die Ausgrabungen wieder zu verfüllen. Nur ein Hinweisschild aus Messing sowie eine bogenförmig verlegte Steinreihe in Bordsteinhöhe erinnern heute daran.

Auch der jüngste Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom Sept. 2012 lässt Rekonstruktionen für den Erhalt der Stadtmauer und der Türme zu. Und für den Wiederaufbau sind die Stadtmauer und ihre Türme besonders gut geeignet, denn sie wurden immer schon repariert, solange sie dem Schutz vor Feinden dienten. Heute haben sie die wichtige und offenbar nicht leichte Aufgabe, Zeitzeugen der Witzenhäuser Baugeschichte zu sein und als attraktive Merkmale der Stadtkultur zu stehen.

„Der Zeitgeist der 70er Jahre ist zwar vorbei, aber die Zerstörung der historischen Häuser und Innenstädte ist nur schwer wieder gut zu machen. Ob in der Duderstädter Altstadt, in Frankfurt am Römerberg, im Lüneburger Wasserviertel, in Quedlinburg und anderswo wird heute alte Baugeschichte rekonstruiert. Auch die Kombination mit Neubauten ist immer wieder ein attraktiver Anziehungspunkt für Menschen. Allein der Wille der einflussreichen Investoren ist entscheidend,“ so Veronika Kühnapfel.

Aus aktuellem Anlass zeigt der Bürgerverein Bau- und Wohnkultur und die AG Kulturerbe Stadtmauer eine Präsentation des Themas Stadtmauer und ihre Türme in den Schaufenstern des Zukunftsbüros, Kirchstraße 16.

Januar

Capitol Kino in der Mühlstraße 16.

Dieses Kulturdenkmal wurde 1926 als Lichtspieltheater auf den Kellern der abgebrannten Mittelmühle errichtet. Am 12. Februar
2017 feierte der heutige Kinobetreiber mit zahlreichen Gästen das
90jährige Bestehen dieses Ortes.
Die Fassade ist im Original nahezu erhalten geblieben. Sie zeigt klassizistische Stilmerkmale wie die vertikal dargestellten
schlichten Blendsäulen (Pilaster) mit einem darüber liegenden,
horizontal verlaufenden Balken (Architrav). Den stilvollen Abschluss
bildet ein Giebeldreieck mit einer Schmuckform (Tympanon) und der Jahreszahl 1926.

Im Inneren des Gebäudes gibt es noch sichtbare Baudetails aus dieser Zeit, die im Laufe der  Jahrzehnte überbaut wurden wie z.B. der Orchestergraben, auf dem sich jetzt die Bühne im großen Kinosaal 1 befindet. Das heutige Kino 2 im Obergeschoss war ursprünglich als Rang mit offenem Blick auf die Leinwand und den Orchesterraum im Erdgeschoss errichtet worden.
Und noch etwas ganz besonderes besaß das damalige Lichtspieltheater als Nachfolgebau der Mittelmühle.
Ein von der Stadt abgezweigter Nebenarm der Gelster, die Mühlengelster, die eigens zum Betrieb der städtischen Mühlen abgeleitet worden war, floss durch den Untergrund des Gebäudes. Dieser Wasserlauf versorgte bis in die 70er Jahre eine große Turbine, die Strom für das Kino erzeugte.
„Wäre diese Turbine nicht zurückgebaut worden, hätten wir heute ein spannendes Industriedenkmal im zweifach unterkellerten Capitolkino, so Veronika Kühnapfel.
Auch im Eingangsbereich gibt es noch ein schönes Original von 1926, das Ralf Schuhmacher auf Anfrage sicherlich gern zeigen wird, denn er ist stolz auf sein Kulturdenkmal.
„Das Kino ist seit jeher ein Ort für imaginäre Welten, wir verbinden damit Geschichten und Bilder und sehen weniger das Gebäude an sich. Mit dem Juwelenprojekt der Bau- und Wohnkultur kann ich auch auf den besonderen baukulturellen Wert des Gebäudes hinweisen, so Ralf Schuhmacher, der den Kinobetrieb seit 23 Jahren führt und die Verantwortung für das Kulturdenkmal trägt.

Der Arbeitskreis eine Welt e.V. sponserte einen Einkaufsgutschein für den Weltladen in der Brückenstraße 16. Der Gewinn ging dieses Mal an Annemarie Hesse.

Dezember

Das Völkerkundemuseum

Das im Dezember gesuchte Detail zum passenden Kulturdenkmal ist eine stillstehende Großuhr auf der östlichen Giebelseite des heutigen Völkerkundemuseums in der Steinstraße 19 a.
Dieses Gebäude ist Teil einer denkmalgeschützten Gesamtanlage, das aus dem Kaufunger Hof mit seinen Nebengebäuden, der ehemaligen Klosteranlage und dem ehemaligen Stadtgefängnis besteht.

Westlich des ältesten Gebäudes, dem ehemaligen Wilhelmitenkloster aus dem 13. Jahrhundert befand sich der Gutshof des Klosters Kaufungen mit seinen Wirtschaftsgebäuden, der Mitte des
16. Jahrhunderts in den Besitz der Herren von Bodenhausen gelangte und erneuert wurde 9hetn9s. Im Erdgeschoss bestehen die Ecken des damaligen Gutshofes  bis heute noch aus Hausteinmauerwerk. Es wird vermutet, dass es sich hierbei um die Reste des ehemaligen klösterlichen Gutes handelt.
Das gesuchte Detail des Rätselbildes ist wesentlich jünger.
„Das Ziffernblatt der Großuhr an der östlichen Giebelseite stammt vermutlich aus den 40er Jahren, so Reiner Backhausen, aktiver Uhrmachermeister aus Witzenhausen, „das elektrische Triebwerk wurde Mitte der 50er, Anfang der 60er hergestellt“.
Er hatte das Uhrwerk schon einmal begutachtet und wieder in Gang setzen können, als 1976 die Stiftung Völkerkundliches Museum Witzenhausen von der Stadt Witzenhausen und dem Institut für tropische und subtropische Landwirtschaft (DITSL) gegründet wurde.
Die völkerkundliche Sammlung unterhält und pflegt das DITSL. Es zeigt eine große Vielfalt von den Kulturen der Welt. Mit einer Sammlung von ca. 2000 ethnografischen Objekten werden Güter des täglichen Gebrauchs gezeigt, aber auch Kunstobjekte weisen auf die Lebensumstände der Menschen hin und auf die Tätigkeiten, die ihre Wirtschaftsweise ausmachen.
„Leider gibt es hier keinen Platz für die vorhandenen Funde aus Witzenhausen“, so Kühnapfel vom Verein Bau- und Wohnkultur Witzenhausen e.V.
Bereits in den 30er und 80er Jahren gab es Versuche, die vorhandenen Funde aus der Witzenhäuser Geschichte zusammenzutragen und in einem Museum zu zeigen. Gebrauchsgeschirr, Handwerkszeug der Stellmacher, Leineweber  und Tuchmacher, Weißwäsche und Landtrachten sind an verschiedensten Lagerorten untergebracht und warten bis heute auf ein Haus der Witzenhäuser Geschichte.
Buchhandlung Hassenpflug sponserte für den Preis zwei bildhafte Fachwerkbücher und Erika Leimbach war die glückliche Gewinnerin.

November

Kulturdenkmal Ermschwerder Str. 32.

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Dieses Fachwerkhaus aus dem 1. Drittel des 19. Jahrhunderts sticht hervor durch die starken Konstruktionshölzer und ihr großes Zwerchhaus im Dachgeschoss. Bemerkenswert ist auch, dass dieses Haus nicht verputzt wurde wie es in dieser Bauzeit üblich war und an den Nachbarhäusern bis heute deutlich zu sehen ist.
Es ist schon länger her, dass dieses Fachwerkhaus eine Renovierung erfahren hat. Die abblätternde Farbe auf den Hölzern zeigt dies auf den ersten Blick. Das weiß auch der Eigentümer. „Mit dem Haus muss etwas geschehen“, sagt er und möchte das Beratungsnetzwerk zur energetischen Sanierung, das im nächsten Jahr angeboten wird, gern in Anspruch nehmen. So wird es auch eine kostenfreie Beratung über die aktuellen Fördergelder und Zuschüsse geben, die den Eigentümer unterstützen können bei der Finanzierung seiner Sanierungsmaßnahme.
Nach der Ziehung des Gewinns wurde vor Ort mit den Juwelensuchern darüber diskutiert, welch große Verantwortung auf den Schultern der Hauseigentümer gegenüber Mietern und der Öffentlichkeit liegt. Mit dem Abriss eines fast 200 Jahre alten Fachwerkhauses zugunsten eines Neubaus mit synthetischen Baustoffen ist kein langfristiger Immobilienwert gewonnen, waren sich alle einig.
„Umso mehr können wir Beratungsangebote, finanzielle Förderung und Zuschüsse als dringend notwendige Unterstützung für die meisten Hauseigentümer sehen. Und das Verständnis gegenüber Besitzern, die ihr Haus nicht sanieren können, gehört ebenso dazu wie die Freude über jedes Denkmal, das gepflegt und saniert wird“, so Kühnapfel.

Der gesponserte Preis im November ging dieses Mal an Erika Leimbach. Sie gewann einen Einkaufsgutschein aus dem Margarethenladen.

Oktober

Kulturdenkmal Ermschwerder Str. 49

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Das gesuchte Detail gehört zu dem gepflegten und schön anzusehenden Kulturdenkmal in der Ermschwerder Str. 49. „Ich habe diese Türklinke schon mindestens 100 Mal in der Hand gehabt und auf dem Rätselbild doch nicht erkannt“, so Adrian Simon, der mit seiner Familie in der Witzenhäuser Altstadt wohnt. Der Alltag bringt dieses Phänomen des Verborgenen mit sich. „Sobald uns etwas vertraut ist, gehen wir meist unseren Gedanken nach und sehen nicht mehr, was uns umgibt“, so eine Juwelensucherin, die seit vielen Jahren in Witzenhausen lebt und doch zum ersten Mal auf der Suche nach dem richtigen Detail viele Haustürgriffe wirklich gesehen hat. Gästen und Touristen geht es anders. Sie nehmen die Altstadt mit ihren Häusern, Straßen und Plätzen anders wahr. „Der erste Eindruck wird wie ein Bild bewertet und abgespeichert“, so Veronika Kühnapfel vom Bürgerverein Bau- und Wohnkultur Witzenhausen. Einzelne Denkmäler wie dieses in der Ermschwerder Straße 49 können zu einer positiven Wahrnehmung beitragen. Es wurde 1820 zur Zeit des Klassizismus errichtet. Der Baustil im 19. Jahrhundert wurde durch die Zeit der Aufklärung geprägt. Rechte Winkel, klare Linien, Einfachheit und Logik waren die Formensprache der damaligen Baukultur. Während auf dem Land weiterhin Holzbauten im Fachwerkgefüge errichtet wurde, entstanden in den Städten zunehmend Häuser aus Backstein oder es wurden Fachwerkhäuser verputzt, die den Anschein eines massiven Hauses vermitteln sollten. Heute sollen 80 % der Fachwerkhäuser in Deutschland verputzt sein.

Hartmut Neugebauer fand nicht nur den richten Türgriff zum passenden Kulturdenkmal sondern gewann auch den Verzehrgutschein aus Schinkels Brauhaus. Herzlichen Glückwunsch.

September

Ermschwerder Straße 12 und 14

Rätselbild E 12,14 (Kopie)
Das Rätselbild im September zeigt die Außenbeleuchtung der Hausnummer 14 in der Ermschwerder Straße. Das dazugehörige Kulturdenkmal ist das viergeschossige Wohn- und Geschäftshaus mit den Hausnummern 12 und 14. Dieses große Fachwerkhaus wurde 1604 errichtet. Die starken Konstruktionshölzer mit ¾ Streben und einfachen Verriegelungen zeigen ohne Schmuckformen das Wesentliche der Fachwerkbauweise. Die bedeutende Ausdehnung des Kulturdenkmals setzt einen besonderen Akzent im Straßenverlauf und gilt als besonders schützenswert für die Wahrnehmung  der Zeilenbebauung als Fachwerkstraße.

Dem Betrachter erschließt sich der Anblick allerdings nur, wenn die Blicke nach oben gehen.
Mitte der 60 bis Ende der 70 Jahre wurden in fast allen Städten die Erdgeschosse in den Geschäftsstraßen merklich verändert und damit der Blick auf die Kulturdenkmäler insgesamt.
Kleinteilige Schaufensterstrukturen wurden durch breite Fensterfronten ersetzt. Die Passanten sollten sich vor allem auf die Geschäftsangebote in den Einkaufsstraßen konzentrieren.
Auch dieses Kulturdenkmal  unterlag dem Zeitgeist der 60er und 70er Jahre. „Zum Glück können wir in der Witzenhäuser Innenstadt noch gelungene Beispiele für kleinteilige Schaufenster entdecken, die zum Nachahmen bei Sanierungen  geeignet sind“, so Kühnapfel vom Verein Bau- und Wohnkultur Witzenhausen.

Zu gewinnen gab es dieses Mal zwei Kinokarten inkl. Popcorn gesponsert vom Capitol Kino Witzenhausen.  Der Preis ging an Heidi und Klaus Brundig aus Witzenhausen.

Juli

Kulturdenkmal Ermschwerder Str. 20

Das Hanseaten Eck, ein gewohnter Anblick im Herzen der Altstadt
Bereits 1951 hieß es in der Schriftenreihe „Witzenhäuser Bürgerbauten“ von Wilhelm und Karl August Eckhardt: … seine Wiederinstandsetzung wäre wünschenswert.
Ganz im Verborgenen liegt der Schatz dieses Fachwerkhauses aus dem 15. Jahrhundert. „Bei dem Anblick des Hauses ist es verständlich, dass die Bürger  nur an Abriss denken.

Eberhardtsches Haus - Modehaus Schulz - Hansa - Eck
Eberhardtsches Haus – Modehaus Schulz – Hansa – Eck (Staatsarchiv Marburg, Aufnahme um 1890)

Wer einmal den gotischen Dachstuhl von innen gesehen hat, kann einfach nur beeindruckt sein“ so Veronika Kühnapfel von der Bau- und Wohnkultur Witzenhausen. Die gotische Bauweise dieses Hauses ist vergleichbar mit dem des Sommermann`schen Hauses, das  heute als Stadtbibliothek genutzt wird und dem Persch`schen Haus mit dem ehemaligen Pustekuchencafe. Viele Jahre fiel dieses
Kulturdenkmal ein einen „Dornröschenschlaf“ und es zeigte sich kein Interessent.
Seit Anfang des Jahres hat dieses Haus einen neuen Eigentümer gefunden, ein Neubürger aus Berlin, der sich in der Witzenhäuser Altstadt niedergelassen hat. „Ich hoffe sehr, das die Bürger der Stadt mir etwas Zeit geben mit diesem Denkmal, das ist nicht eben mal so gemacht“, sagte der neue Hausbesitzer den Vereinsmitgliedern. Er begrüßte die Idee  der Künstlerin Eva Lieding sehr, zum Festival Treppen Keller Hinterhöfe eine neue Wahrnehmungsstruktur am Haus zu schaffen strattera and weight loss. Unter dem Titel „Nichts bleibt wie es wird“ verbinden, farbige Rahmen die unterschiedlichen Baumaterialien der letzten 60 Jahre miteinander.
Zu gewinnen gab es dieses Mal zwei Malstunden mit der Künstlerin und Neubürgerin Marie Adams, die ihr Malatelier in der Ermschwerder Str. 31 noch in diesem Jahr eröffnen möchte.
Der Preis ging an Lola und Jule Dao aus Witzenhausen.