Vorträge

Das haben Sie verpasst…

Die Verwitterung von Sandsteinsockeln an Fachwerkhäusern von Dipl. Restauratorin Sarah Link:

2006
Am Mittwoch, 10. Mai 2017 um 18 Uhr in der Walburger Str. 21, referierte Sarah Link einführend über die Verwitterung von Naturstein insgesamt und insbesondere auf Sandstein eingehen. Anschließend wurden Schadensursachen vorgestellt, die in der Kombination von Sandstein und Fachwerkbauweise sowie durch Anstriche auf Sandstein auftreten. Mit Anregungen für einen fachgerechten Umgang mit Sandsteinsockeln wurde der Vortrag mit einem Stadtrundgang mit sichtbaren Beispielen abgerundet.

Wohnungsfrage nach anderen Werten organisieren
Gemeineigentum, Selbstorganisation und Solidarität mit dem Mietshäuser Syndikat


Donnerstag, 20. April 2017, 18.00 Uhr
mit Klaus Schotte und Regina Möller, Leipzig im Weltladen, Witzenhausen
Seit vielen Jahren gibt es eine Netzwerkstruktur von mehr als 100 Hausprojekten in Stadt und Land, um die Wohnungsfrage nach anderen Werten zu organisieren: das Mietshäuser Syndikat. Finanzschwache Gruppen können sich mit der Solidarität anderer ermächtigen und so bezahlbare Räume sichern. Deshalb wächst in immer mehr Köpfen das Interesse an dieser wichtigen Initiative aus der Zivilgesellschaft. Gemeinsam mit der Witzenhäuser Gruppe „Gemeinschaftlich Wohnen“ begrüßte die Bau- und Wohnkultur Witzenhausen e.V. Regina Möller und Klaus Schotte aus Leipzig. Beide sind ehrenamtliche Berater des Mietshäuser Syndikates. Sie führten die Gäste der Veranstaltung durch diesen Abend und standen für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.
Für den Einstieg wurde der Film „Das ist unser Haus!“, Räume aneignen mit dem Mietshäuser Syndikat, gezeigt. Mit Impressionen aus den Projekten: Freie Hütte (Lübeck), LÜDIA (Hadmersleben), Handwerkerhof Ottensen (Hamburg), Jugendwohnprojekt Mittendrin (Neuruppin), Grethergelände (Freiburg) und dem 4-Häuser-Projekt (Tübingen) erläuterten Akteure des Mietshäuser Syndikates das Modell der kollektiven Raumaneignung und präsentierten vielseitige Projekte in unterschiedlichen räumlichen Zusammenhängen.
Foto: Gruppe „Gemeinschaftlich Wohnen“ von links nach rechts:
Borin Brookhuis, Helga von Bültzingslöwen, Anna Gertrud Siekmann, Heidi Both, Doro Horn
nicht mit auf dem Foto: Beate Rudloff, Bernd Keller, Klaus Rümke, Angela Geißler und Wolf von Bültzingslöwen

Die Vielfalt der Nutzpflanze Hanf
und ihr regionaler Anbau von Erich Böck:

2006
Am Mittwoch, 15. März 2017 um 18 Uhr in der Wahlburger Str. 21, sprach Erich Böck in seinem Vortrag nicht nur über die Entstehung und Verdrängung der Nutzpflanze Hanf. Vielmehr ist aus heutiger Sicht die Wiederentdeckung und vielfältige Nutzung dieser ungewöhnlichen Pflanze sehr beeindruckend. Aus ihr können Baustoffe, Nahrungsmittel, Medizin, Kleidung und Bio-Kunststoffe hergestellt werden. Wenn diese Nutzpflanze auch im Werra Meissner Kreis angebaut werden könnte, wäre es sicherlich ein Gewinn für die Region. Unser Gast aus Wanfried ist ein echter Hanfexperte.

Bauruine wird zum Wohnhaus
von Dieter Brauch:

2006
Am Mittwoch, 12. Oktober 2016, referierte der Spezialist für Lehmbau und Fachwerk und Mitglied des Bürgervereins Bau- und Wohnkultur Witzenhausen über ein Fachwerkhaus im Wandel der Zeiten. Dieses Haus, das 1860 noch mit den artgerechten Baustoffen Sandstein, Holz, Lehm und Kalk errichtet wurde, erfährt über die Jahre das gut gemeinte Einbringen von Plastikwetterschutz, Gipskarton, Glaswolle, Styropor und vielem mehr. Nach neun Jahren Leerstand findet dieses Haus 2006 endlich den richtigen Käufer und Fachwerkliebhaber. Doch bevor die eigentliche Sanierung beginnen kann, muss entkernt und entsorgt werden. „Wir haben insgesamt 13 nach Abfallklassen sortierte Schuttcontainer aus der Bauruine geholt“, sagte der Bauherr Dieter Brauch. Doch die Mühe hat sich gelohnt.
2014
Heute ist das einstige verlassene Fachwerkhaus ein wohngesundes und energieeffizientes Wohnhaus geworden, in dem die Menschen gerne leben.

Modern, ökologisch und sinnvoll sanieren
von Diana Wetzestein:

Sanierung
Am Mittwoch, 28. September 2016, referierte die Fachwerkjournalistin aus Wanfried darüber, wie man an eine Fachwerkbaustelle herangehen sollte. Ausreichend Zeit sei dabei der wichtigste Partner, sagte sie. Immer wieder stellen Bauherren und Fachwerkinteressiert die Frage: Was ist sinnvoll? Was wirksam? Was noch bezahlbar? Bei der Vielzahl Fachwerk-verträglicher Baustoffe die richtigen auszuwählen, ist nicht leicht. Darum sollte man sich an Bürgervereine und Gruppen wenden und Netzwerke anzapfen, um für das eigene Haus das richtige Konzpet zu finden. Nutzung, Energie, Baustoffe, Bauzeit und Finanzierung sollten vorher klar sein. In Ihrem Vortrag wurden sie Sanierungsbeispiele vorgestell, die vom Dach, über Zwischenboden, Außenwand, innengedämmten Außenwänden und Kellerdecke reichten.
Lehm passt zu Holz
„Modern, ökologisch und bezahlbar, das geht“, sagte Diana Wetzestein aus der Bürgergruppe Wanfried, die vor kurzem ihr 10 jähriges erfolgreiches Bestehen feierte. Ein gutes Konzept verhindert doppelte Arbeit und hohe Kosten. „Mitmachseminare für sinnvolle Sanierung sollten wie „Tupperparties“ von Haus zu Haus getragen werden“, so die Fachjournalistin, denn ökologische Materialien einzusetzen, das zahlt sich für alle aus.“

Fachwerkentwicklung
von Diana Wetzestein:

Werkzeuge der Zimmerer
Am Mittwoch, 15. Juni 2016, referierte die Fachwerkjournalistin und Mitglied der Bürgergruppen Wanfried und des Bürgervereins Bau- und Wohnkultur Witzenhausen über die technische Weiterentwicklung der Fachwerkbauten in Deutschland, wo es nach Schätzungen der Hausforschung noch etwa 200 Fachwerkhäuser aus dem 13. Jahrhundert gibt. Seitdem die Hausforschung intensiv betrieben wird, erkennen wir immer mehr, wie die Holzbauten weiterentwickelt wurden. Wie aus einer Zeltkonstruktion, die bereits 12.000 Jahre vor Chr. als Behausung genutzt wurde, die Pfahl- und Pfostenbauten, die Ständer- und Ständergeschossbauten wurden. In der Renaissance wurde die Rähmbauweise modern, die dann auch im Barock, Klassizismus und beim Industriefachwerk beibehalten wurde. Jeder kennt es, jeder hat ein Bild vor Augen, wenn man das Wort hört oder liest: Fachwerk.
Celle, Hoppener Haus
Es ist eine Skelettkonstruktion, in der die Lasten und Kräfte von den tragenden Hölzern übernommen werden. Fachwerk ist eine leichte, holzsparende Bauweise, das einfachste Fachwerkhaus ist das Indianertipi.
Eine Baukultur, die über Jahrtausende hinweg Menschen ein Dach über dem Kopf garantiert, die das soziale Gedächtnis jedes Ortes nach außen trägt und Jahrhunderte überdauert. Schmuck und Symbolik wurden während der Renaissance von römischen Steinbauten kopiert, die Zimmerer ihrer Zeit prägten die Stadtentwicklung, waren Architekten, Handwerker und Restauratoren zugleich.