Aktionswoche

Aktionswoche Gertenbach-Bildband

Im Gemüseabholraum in Gertenbach
wurden jetzt Nägel mit Köpfen gemacht

Die Vereine Bau- und Wohnkultur Witzenhausen und SoLawi Freudenthal veranstalteten eine Theorie- und Aktionswoche zur Verbesserung des Raumklimas und der Luftqualität in einem Gemüse-Abholraum der Solidarischen Landwirtschaft.
Der Workshop fand vom 4. bis 10. September Am Kirchhof 18 in Gertenbach statt. Der Abholraum der SoLawi gehört als kleines Nebengebäude zu einer als Ensemble geschützten Ansiedlung von kleinen Fachwerkhäusern rund um die Kirche, die heute als Einzeldenkmal sehenswert ist.

„Wir wünschten uns für den Gertenbacher Abholraum und alle Mitglieder die dort ihr Gemüse abholen, eine spürbare Veränderung. Sowohl optisch als auch aus raumklimatischen Gründen konnten wir den Raum so nicht länger als Gemüselager verwenden“, berichtete Stefanie Lettenmaier von der SoLawi, Freudenthal.
Zusammen mit dem Verein für Bau- und Wohnkultur und ihren Experten für Baubiologie, Lehm und Fachwerk wurden kurzerhand Nägel mit Köpfen gemacht. „In dieser kostenfreien Aktionswoche waren alle Interessierten eingeladen, sich über die Innensanierung eines Fachwerkraumes zu informieren und sich darüber hinaus auszuprobieren“, so Veronika Kühnapfel vom Verein Bau- und Wohnkultur Witzenhausen e.V.

Den Start machte am Montag, 4. September um 18.00 Uhr der Baubiologe Peter K. Wolff aus Kassel mit der baubiologischen Fachwerksprechstunde der Bau- und Wohnkultur e.V. zum Thema:
“Verbesserung des Raumklimas und der Luftqualität am praktischen Beispiel des Abholraumes in Gertenbach, Am Kirchhof 18. „Wir konnten während des gemeinsamen Gespräches mit dem Baubiologen erfahren, welches Material im Abholraum in den letzten Jahrzehnten verbaut wurde und welche Einflüsse dieses Material auf das Raumklima und die Lebensdauer des Fachwerkbaus hat“, so eine Teilnehmerin am Montag.

Von Dienstag bis Donnerstag wurde dann mit Helferinnen und Helfern aktiv an der Freilegung des 12 qm großen Raumes gearbeitet.
„Insgesamt haben wir 1 Tonne Baumaterial herausgeschafft, das einfach nicht in ein Fachwerkhaus gehört. Und zwischenzeitlich sah es so aus, als würde das auch kein Ende nehmen“, so der Eigentümer Stephan Behrendt.

Höhepunkt der Aktionswoche war dann der Lehm-Workshop am Freitag 8. September
ab 14.00 Uhr mit dem Lehm- und Fachwerkexperten Dieter Brauch aus Neu-Eichenberg. Nach einer theoretischen Einführung in die Qualitäten und Fähigkeiten des Baustoffes Lehm konnten sich alle Aktiven anschließend im Verputzen von Lehm und Kalk ausprobieren. „Alter Lehm aus dem Deckenboden wurde zerkleinert, Wasser dazu gegeben und danach wieder auf die freigelegten Gefache verputzt – Recycling auf eine ganz andere Art und darüber hinaus auch noch viel spannender als gewohnt, so der Marktspiegel am 11. Oktober 2017.

Am späten Sonntagabend war es dann endlich so weit. Der neue alte Raum war wieder atmungsaktiv und dazu noch schön anzusehen.